Nach dm steigt auch Rossmann in den Markt für Online-Apotheken ein

Nach dm plant auch Rossmann eine eigene Online-Apotheke

Immer mehr Menschen bestellen Medikamente bequem im Internet. Nach dem Einstieg von dm plant nun auch Rossmann den Schritt in den Markt der Online-Apotheken. Damit verschärft sich der Wettbewerb im digitalen Gesundheits- und Apothekenhandel weiter.

Rossmann bestätigt Pläne für Online-Apotheke

Die Drogeriekette Rossmann bereitet aktuell den Aufbau einer eigenen Online-Apotheke vor. Das bestätigte das Unternehmen aus Burgwedel bei Hannover auf Anfrage.
Raoul Roßmann, Sprecher der Geschäftsführung, erklärte dazu:

„Wir beschäftigen uns so intensiv damit, dass ich Ihnen sagen kann: Die Online-Apotheke wird kommen.“

Zuvor hatte bereits die Lebensmittel Zeitung über die Pläne berichtet. Konkrete Angaben zu Starttermin, Sortiment oder Umfang machte Rossmann bislang jedoch nicht.

Steuerung aus den Niederlanden – App soll zentrale Rolle spielen

Nach bisherigen Informationen soll das Apothekenangebot aus den Niederlanden heraus gesteuert werden. Zudem ist vorgesehen, die Rossmann-App als zentrale Plattform für das neue Angebot zu nutzen. Damit folgt Rossmann einem Trend, digitale Services stärker in bestehende Kunden-Apps zu integrieren.

Zu Details wie Preisgestaltung, Lieferzeiten oder möglichen Kooperationen äußerte sich das Unternehmen bislang nicht.

dm als Vorbild: Einstieg bereits erfolgt

Erst im Dezember war Wettbewerber dm mit seiner Online-Apotheke „dm-med“ an den Start gegangen. Das Angebot umfasst nach Unternehmensangaben:

  • rezeptfreie Arzneimittel
  • apothekenexklusive Produkte
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Kosmetik- und Medizinprodukte

dm-Chef Christoph Werner erklärte gegenüber dem Handelsblatt, man wolle damit gezielt eine junge, online-affine Zielgruppe ansprechen, die zunehmend Gesundheitsprodukte digital kauft.

Experten sehen steigenden Wettbewerbsdruck

Handelsexperten halten den Schritt von Rossmann für konsequent.
Carsten Kortum, Handelsprofessor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn, ordnet ein:

„dm hat die Erwartungshaltung erhöht. Rossmann kann sich diesem Trend kaum entziehen, wenn man relevant bleiben will.“

Er rechnet zudem damit, dass künftig auch Lebensmitteleinzelhändler in den Markt für Online-Medikamente einsteigen könnten.

Medikamente per Mausklick immer beliebter

Der Online-Kauf von Medikamenten wächst seit Jahren. Große Versandapotheken wie Redcare Pharmacy (ehemals Shop Apotheke) oder DocMorris verzeichnen eine steigende Nachfrage.

Laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) stieg der Umsatz mit Medikamenten im Onlinehandel in Deutschland im vergangenen Jahr um sechs Prozent.

E-Rezept als Wachstumstreiber

Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist das 2024 eingeführte E-Rezept. Dadurch ist die Bestellung verschreibungspflichtiger Medikamente deutlich einfacher geworden.

Statt Rezepte per Post an Versandapotheken zu schicken, können diese heute digital eingelöst werden. Besonders für ältere Menschen und chronisch Kranke bedeutet das eine spürbare Erleichterung im Alltag.

Vorteile von Online-Apotheken aus Sicht der Nutzer

Nach Einschätzung des bevh punkten Online-Apotheken unter anderem durch:

  • digitale Beratungsangebote, etwa per Video
  • häufig günstigere Preise
  • bessere Erreichbarkeit im ländlichen Raum
  • bequeme Lieferung nach Hause

Gerade dort, wo klassische Apotheken schließen, können Online-Angebote die Versorgung ergänzen.


Fazit: Der Markt für Online-Medikamente wächst weiter

Mit den Plänen von Rossmann gewinnt der Markt für Online-Apotheken weiter an Dynamik. Nach dm folgt nun die nächste große Drogeriekette dem Trend zum digitalen Arzneimittelkauf. Für Euch als Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das künftig mehr Auswahl, mehr Wettbewerb und neue digitale Services rund um das Thema Gesundheit.

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