Neuer SCHUFA-Score: Diese Daten bestimmen jetzt Eure Bonität

Neuer SCHUFA-Score: Auf diese Daten kommt es ab heute bei der Schufa an

Der SCHUFA-Score spielt für viele Entscheidungen im Alltag eine wichtige Rolle: Ob Autokauf, Kredit, Handyvertrag, Onlinekauf auf Rechnung oder sogar beim kauf einer neuen Wohnung – häufig entscheidet die Bonität darüber, ob ein Vertrag zustande kommt.

Jetzt hat die Auskunftei ihr Bewertungssystem grundlegend überarbeitet. Das neue Modell soll deutlich transparenter und verständlicher sein als früher. Statt einer komplexen Berechnung mit mehr als 250 möglichen Faktoren basiert der neue Score künftig auf nur noch zwölf klar definierten Kriterien.

Für Euch bedeutet das: Ihr könnt erstmals nachvollziehen, wie Eure Bonität zustande kommt – und sogar simulieren, wie sich bestimmte Entscheidungen auf Euren Score auswirken könnten.

Was sich beim neuen SCHUFA-Score ändert

Das wichtigste Ziel der Reform ist mehr Transparenz für Verbraucher. Die SCHUFA hat ihr bisheriges Modell stark vereinfacht und legt erstmals offen, welche Faktoren in die Bewertung einfließen.

Statt einer schwer nachvollziehbaren Formel basiert der neue Score nun auf zwölf zentralen Kriterien, die laut SCHUFA besonders aussagekräftig für das Zahlungsverhalten sind.

Der Score selbst bleibt weiterhin ein Punktwert zwischen 100 und 999 Punkten. Je höher der Wert, desto besser gilt Eure Kreditwürdigkeit.

Die Punkte werden anschließend in fünf Bonitätsklassen eingeordnet:

  • hervorragend
  • gut
  • akzeptabel
  • ausreichend
  • ungenügend

Ein hoher Score erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kredite, Verträge oder Mietangebote problemlos bekommt.

Diese 12 Daten beeinflussen den neuen SCHUFA-Score

Künftig entscheidet eine klar definierte Liste an Kriterien darüber, wie Eure Bonität bewertet wird.

Zu den wichtigsten Faktoren gehören:

  • Alter der ältesten Kreditkarte
  • Alter des ältesten Bankvertrags
  • Alter der aktuellen Adresse
  • Anzahl neuer Konto- oder Kreditkartenanfragen in den letzten 12 Monaten
  • Anfragen im Telekommunikations- oder Online-Handelsbereich
  • aufgenommene Ratenkredite im letzten Jahr
  • längste Restlaufzeit bestehender Kredite
  • aktueller Kreditstatus (z. B. korrekt zurückgezahlt)
  • jüngster Rahmenkredit
  • vorhandener Immobilienkredit oder Bürgschaft
  • durchgeführte Identitätsprüfung
  • mögliche Zahlungsstörungen in den letzten drei Jahren

Viele dieser Punkte zeigen vor allem Stabilität und Zuverlässigkeit im Umgang mit Geld. Wer seine Rechnungen regelmäßig bezahlt und langfristige Verträge ohne Probleme führt, verbessert automatisch seine Bewertung.

Startpunkt und typische Entwicklung des Scores

Interessant ist auch, wie sich der Score über die Zeit entwickelt.

Liegt der SCHUFA keine Zahlungsstörung vor, startet Ihr automatisch mit einem Grundwert von rund 264 Punkten. Von dort aus steigt der Score mit positiven Informationen weiter an.

Gerade junge Menschen profitieren davon, dass sich der neue Score schneller verbessern kann. Wer zum Beispiel ein erstes Konto eröffnet, regelmäßig Rechnungen bezahlt und seine Finanzen stabil hält, kann relativ schnell in höhere Score-Klassen aufsteigen.

Für die meisten Verbraucher ändert sich wenig

Nach Angaben der SCHUFA bleibt die Bewertung bei der großen Mehrheit stabil.

  • 83 % der Verbraucher behalten ihre bisherige Score-Klasse
  • etwa 9 % verbessern sich
  • rund 8 % verschlechtern sich leicht

In vielen Fällen handelt es sich dabei nur um kleine Veränderungen – etwa von „hervorragend“ zu „gut“.

Warum der Score überhaupt reformiert wurde

Der Druck auf die Auskunftei ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Verbraucherschützer und Gerichte forderten mehr Transparenz bei automatisierten Bonitätsbewertungen.

Zudem hat sich das Konsum- und Finanzverhalten vieler Menschen verändert:
Mehr Online-Bestellungen, häufigere Bankwechsel und neue Kreditmodelle erfordern angepasste Bewertungsmethoden.

Mit dem neuen Modell reagiert die SCHUFA also sowohl auf rechtliche Entwicklungen als auch auf veränderte Finanzgewohnheiten.

So könnt Ihr Euren Score jetzt selbst einsehen

Eine weitere Neuerung: Ihr könnt Eure Daten künftig einfach online abrufen.

Dafür benötigt Ihr lediglich einen persönlichen SCHUFA-Account oder die offizielle App. Nach der Registrierung und Identifizierung bekommt Ihr Zugriff auf ein Datencockpit, in dem Ihr:

  • Euren aktuellen Score sehen könnt
  • gespeicherte Daten überprüfen könnt
  • mögliche Veränderungen simulieren könnt

So lässt sich beispielsweise testen, wie sich ein zusätzlicher Kredit oder eine neue Kreditkarte auf Eure Bonität auswirken könnte.

Warum es sich lohnt, den eigenen Score regelmäßig zu prüfen

Viele Menschen beschäftigen sich erst mit ihrem SCHUFA-Score, wenn ein Problem auftritt. Dabei kann es sinnvoll sein, die gespeicherten Daten regelmäßig zu kontrollieren.

Der Grund:
Fehlerhafte oder veraltete Einträge können sich negativ auf Eure Bonität auswirken. Werden solche Daten entdeckt, könnt Ihr Widerspruch einlegen und eine Korrektur beantragen.

Gerade weil viele Verträge im Alltag von der Bonitätsbewertung abhängen, lohnt sich ein kurzer Check.

Zusammengefast: Mehr Klarheit beim SCHUFA-Score

Mit dem neuen Bewertungssystem wird der SCHUFA-Score deutlich verständlicher. Statt einer schwer nachvollziehbaren Blackbox basiert die Bonitätsbewertung nun auf zwölf transparenten Kriterien, die Ihr selbst nachvollziehen könnt.

Für Euch bedeutet das vor allem mehr Kontrolle über Eure eigenen Finanzdaten – und die Möglichkeit, aktiv zu verstehen, welche Entscheidungen Eure Kreditwürdigkeit beeinflussen.

Wer seine Finanzen im Griff hat, Rechnungen pünktlich bezahlt und langfristige Verträge stabil führt, hat auch im neuen System gute Chancen auf einen starken Score.

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