Betrugsmasche Fake-Shop: So fallt Ihr nicht darauf herein
Online-Shopping gehört für viele von Euch längst zum Alltag. Ob Kleidung, Technik oder Haushaltswaren – mit wenigen Klicks landet die Bestellung bequem vor der Haustür. Genau diese Bequemlichkeit machen sich jedoch Betrüger zunutze. Hinter vermeintlichen Schnäppchen oder schwer verfügbaren Produkten können sich sogenannte Fake-Shops verbergen.
Besonders dann, wenn ein Online-Shop Waren zu extrem günstigen Preisen anbietet oder Produkte auf Lager hat, die anderswo ausverkauft sind, solltet Ihr genau hinschauen. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt regelmäßig vor solchen betrügerischen Online-Shops und stellt dafür entsprechende Informationen und Übersichten zur Verfügung.
Online-Shopping boomt – und mit ihm die Risiken
Der Online-Handel wächst stetig. Laut Statista lag der Umsatz im deutschen E-Commerce im Jahr 2025 bei rund 92,4 Milliarden Euro. Mit diesem Wachstum nehmen jedoch auch Betrugsversuche zu. Kriminelle haben es sowohl auf Eure persönlichen Daten als auch auf Euer Geld abgesehen.
Fake-Shops wirken dabei oft täuschend echt: Professionelles Design, hochwertige Produktbilder und angebliche Kundenbewertungen vermitteln Seriosität. Wer hier bestellt, erhält jedoch häufig keine Ware – und verliert im schlimmsten Fall Geld und sensible Daten.
Die Fake-Shop-Liste der Verbraucherzentrale Hamburg
Da es nahezu unmöglich ist, alle betrügerischen Shops zu erfassen, pflegt die Verbraucherzentrale Hamburg eine regelmäßig aktualisierte Fake-Shop-Liste. Diese ist alphabetisch sortiert und deckt viele Branchen ab, darunter:
- Technik & Elektronik
- Fahrräder & Sportartikel
- Heim & Garten
- Mode & Kosmetik
Wenn Euch ein Online-Shop merkwürdig vorkommt, lohnt sich ein Blick in diese Liste. Zusätzlich ergänzt die Plattform Watchlist Internet die Warnungen um weitere bekannte Fake-Shops.
So erkennt Ihr Fake-Shops im Internet
Auch wenn Fake-Shops immer professioneller werden, gibt es typische Warnsignale. Achtet beim Online-Shopping besonders auf die folgenden Punkte.
Internetadresse genau prüfen
Schaut Euch die URL des Shops sorgfältig an:
- ungewöhnliche Domain-Endungen wie
.de.com - kryptische oder unpassende Domainnamen
- fehlendes https (keine verschlüsselte Verbindung)
Ein seriöser Online-Shop bietet immer eine sichere Verbindung.
Preise, die zu gut sind, um wahr zu sein
Extrem günstige Preise oder plötzlich verfügbare Trendprodukte sind ein häufiges Lockmittel. Auch wenn das Design hochwertig wirkt: Seid skeptisch, wenn Angebote deutlich unter dem üblichen Marktpreis liegen.
AGB und Datenschutz fehlen oder wirken unseriös
Seriöse Anbieter stellen ihre AGB und Datenschutzbestimmungen transparent und verständlich zur Verfügung. Fehlen diese Angaben oder wirken sie schlecht übersetzt, unvollständig oder widersprüchlich, solltet Ihr vom Kauf absehen.
Unvollständiges oder fehlendes Impressum
Ein vollständiges Impressum ist gesetzlich vorgeschrieben. Es sollte folgende Angaben enthalten:
- vollständige Postanschrift
- verantwortliche Person oder Firmenname
- E-Mail-Adresse
- Handelsregisternummer
Diese Daten könnt Ihr im Handelsregister überprüfen.
Gefälschte Gütesiegel
Viele Fake-Shops nutzen Logos bekannter Prüfsiegel, um Vertrauen zu erzeugen. Achtet darauf:
- Ist das Siegel klickbar?
- Führt der Klick zur offiziellen Zertifizierungsseite?
Bekannte Siegel wie Trusted Shops oder Safer Shopping lassen sich online verifizieren.
Nur Vorkasse als Zahlungsoption
Bleibt im letzten Bestellschritt ausschließlich Vorkasse als Zahlungsart übrig, solltet Ihr den Kauf sofort abbrechen. Sichere Zahlungsarten sind unter anderem:
- Kauf auf Rechnung
- Lastschrift
- Zahlungsdienste mit Käuferschutz
Auch der Bestellbutton muss eindeutig mit „zahlungspflichtig bestellen“ beschriftet sein.
Auffällige oder unglaubwürdige Bewertungen
Vertraut nicht ausschließlich auf Bewertungen im Shop selbst. Häufen sich überschwängliche Lobeshymnen ohne jede Kritik, ist Vorsicht geboten. Eine kurze Recherche bei Google kann helfen, echte Erfahrungsberichte oder Warnungen zu finden.
Unsicher? Nutzt den Fake-Shop-Finder
Wenn Ihr Euch unsicher seid, könnt Ihr den Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentrale nutzen. Dort gebt Ihr einfach die URL des Shops ein und erhaltet eine Einschätzung, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt.
Im Zweifel gilt: Lieber auf den Kauf verzichten.
Auf einen Fake-Shop hereingefallen – was tun?
Solltet Ihr trotz aller Vorsicht Opfer eines Fake-Shops geworden sein, solltet Ihr schnell handeln:
- Sofort Eure Bank kontaktieren, um Zahlungen zu stoppen oder zurückzuholen
- Alle Belege sichern, zum Beispiel:
- Bestellbestätigungen
- E-Mails
- Screenshots der Website
- Zahlungsnachweise
- Strafanzeige erstatten, entweder bei der Polizei oder online über die Internetwache Eures Bundeslands
Je schneller Ihr reagiert, desto größer sind die Chancen, den Schaden zu begrenzen.
Fazit
Online-Shopping bietet viele Vorteile – aber nur, wenn Ihr aufmerksam bleibt. Mit einem kritischen Blick auf Internetadresse, Preise, Zahlungsarten und Anbieterinformationen schützt Ihr Euch effektiv vor Fake-Shops. Nutzt die Angebote der Verbraucherzentralen und vertraut im Zweifel lieber Eurem Bauchgefühl.
Sicher einkaufen heißt: informiert bleiben und im Zweifel lieber verzichten.