Neues Ladenöffnungsgesetz in Baden-Württemberg: SB-Supermärkte dürfen künftig auch sonntags öffnen

Rund um die Uhr einkaufen? SB-Supermärkte in BaWü dürfen jetzt auch sonntags öffnen

Mal eben schnell Milch, Mehl oder Zahnpasta besorgen – und das am Sonntag in Baden-Württemberg? Genau das wird künftig deutlich einfacher. Der Landtag hat das Ladenöffnungsgesetz angepasst: Vollautomatisierte Mini-Supermärkte dürfen jetzt auch an Sonn- und Feiertagen öffnen – und zwar rund um die Uhr.

Damit schafft das Land klare Regeln für sogenannte Smart Stores, die bislang teilweise in einer rechtlichen Grauzone betrieben wurden.

Was ändert sich konkret?

Die neuen Vorgaben erlauben kleinen, digitalen Selbstbedienungs-Supermärkten eine 24/7-Öffnung – auch am Sonntag. Voraussetzung ist allerdings: Es darf kein Personal vor Ort arbeiten.

Solche Mini-Märkte gibt es bereits zahlreich im Land. Schätzungen zufolge sind es rund 180 Standorte – vor allem im ländlichen Raum.

Die wichtigsten Rahmenbedingungen:

  • maximal 150 Quadratmeter Verkaufsfläche
  • ausschließlich Waren des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Drogerieartikel usw.)
  • kein Verkaufspersonal an Sonn- und Feiertagen
  • keine Regalbefüllung an diesen Tagen
  • Ausnahme: frische Backwaren dürfen geliefert werden

Für Euch heißt das: Wenn etwas fehlt, könnt Ihr künftig auch sonntags flexibel einkaufen – zumindest in teilnehmenden SB-Märkten.

Ganz ohne Einschränkungen geht es nicht

Der Sonntagsschutz bleibt bestehen – zumindest teilweise. An vier christlichen Feiertagen müssen die Mini-Supermärkte geschlossen bleiben:

Außerdem dürfen Kommunen die Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen einschränken, etwa um Gottesdienste nicht zu stören. Allerdings müssen mindestens acht zusammenhängende Öffnungsstunden erlaubt bleiben.

Wichtig:
An den Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen darf kein Personal arbeiten. Wenn also ein Produkt vergriffen ist, wird erst am Montag wieder aufgefüllt – außer frische Backwaren.

Warum das Gesetz überhaupt nötig war

Vor allem im ländlichen Raum von Baden-Württemberg schließen klassische Supermärkte immer häufiger. Kleine, automatisierte Läden gelten als wirtschaftlich tragfähige Lösung für die Nahversorgung.

Gerade dort, wo der nächste große Supermarkt mehrere Kilometer entfernt ist, können Smart-Store-Supermärkte eine wichtige Rolle spielen. Betreiber betonen zudem: Der Sonntag ist häufig einer der umsatzstärksten Tage. Ohne Sonntagsöffnung wäre der dauerhafte Betrieb vieler Standorte kaum rentabel.

Für Euch bedeutet das:

  • bessere Versorgung in kleineren Gemeinden
  • spontane Einkäufe auch außerhalb klassischer Öffnungszeiten
  • mehr Flexibilität im Alltag

Kritik von Kirchen und Bündnissen

Ganz unumstritten ist die Reform nicht. Kirchen und die „Allianz für den freien Sonntag“ sehen die Sonntagsruhe gefährdet. Auch wenn kein Personal arbeitet, könne eine ganztägige Ladenöffnung eine werktägliche Betriebsamkeit erzeugen.

Die Kirchen appellieren daher an die Kommunen, ihren Spielraum verantwortungsvoll zu nutzen und gegebenenfalls zeitliche Begrenzungen festzulegen.

Kirche vs. Kasse – ein moderner Kompromiss

Das neue Gesetz ist letztlich ein Kompromiss:
Einerseits soll die wirtschaftliche Realität berücksichtigt werden, andererseits bleibt der verfassungsrechtlich geschützte Sonntag nicht vollständig aufgehoben.

Ob sich das Modell langfristig flächendeckend durchsetzt, hängt nun stark von den Kommunen und der Akzeptanz vor Ort ab.

Fazit: Mehr Flexibilität für Euch

Wenn Ihr in Baden-Württemberg lebt, könnt Ihr künftig auch am Sonntag in vielen SB-Mini-Supermärkten einkaufen – flexibel und rund um die Uhr.

Gerade für kleine Besorgungen wie:

  • Milch oder Brot
  • Getränke
  • Hygieneartikel
  • schnelle Alltagsprodukte

wird der Einkauf deutlich unkomplizierter.

Die klassische Sonntagsruhe bleibt zwar teilweise geschützt, doch die Nahversorgung wird moderner – und ein Stück alltagstauglicher.

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