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Mäc-Geiz steckt in der Krise – Insolvenz und mögliche Filialschließungen

Mäc-Geiz meldet Insolvenz an – Wie es jetzt mit den Filialen weitergeht

Der bekannte Non-Food-Discounter Mäc-Geiz hat in Deutschland Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Der Antrag wurde beim Amtsgericht Halle (Saale) eingereicht. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten bleiben die rund 180 Filialen des Unternehmens zunächst weiterhin geöffnet.

Für viele Kundinnen und Kunden kommt die Nachricht überraschend. Noch vor wenigen Monaten galt die Übernahme durch die Kodi Beteiligungs GmbH als möglicher Neustart für die traditionsreiche Handelskette. Nun steht Mäc-Geiz dennoch vor einem umfassenden Umbruch.

Filialen bleiben vorerst geöffnet

Aktuell läuft der Geschäftsbetrieb in den Märkten normal weiter. Kundinnen und Kunden können weiterhin in den Filialen einkaufen. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen jedoch eine umfassende wirtschaftliche Prüfung aller Standorte an.

Damit sind künftig auch Filialschließungen möglich. Welche Märkte konkret betroffen sein könnten, steht derzeit noch nicht fest.

Die rund 1.200 Beschäftigten erhalten ihre Löhne und Gehälter zunächst über das Insolvenzgeld, das für die kommenden drei Monate abgesichert ist.

Mäc-Geiz gehört zu den bekanntesten Non-Food-Discountern im Osten Deutschlands

Mäc-Geiz wurde 1994 in Halle (Saale) gegründet und entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer bekannten Discount-Kette für Haushaltswaren, Schreibwaren, Drogerieartikel und Alltagsprodukte.

Der Unternehmenssitz befindet sich heute in Landsberg im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Besonders in Ostdeutschland ist Mäc-Geiz mit zahlreichen Filialen vertreten.

Warum Mäc-Geiz trotz Discount-Boom unter Druck gerät

Die Insolvenz wirkt zunächst überraschend, denn sogenannte Non-Food-Discounter wachsen in Deutschland seit Jahren stark. Viele Verbraucher achten zunehmend auf günstige Preise und kaufen häufiger bei Discountketten ein.

Besonders gefragt sind derzeit:

  • Deko-Artikel
  • Haushaltswaren
  • Schreibwaren
  • Heimtextilien
  • Baumarkt- und Alltagsprodukte

Vor allem große Ketten wie Action, Tedi oder Woolworth konnten in den vergangenen Jahren massiv expandieren und ihren Marktanteil ausbauen.

Gerade kleinere oder mittelgroße Anbieter geraten dadurch jedoch zunehmend unter Druck.

Hohe Kosten und Kaufzurückhaltung belasten den Handel

Als Hauptgründe für die wirtschaftlichen Probleme nennt Mäc-Geiz vor allem die anhaltende Kaufzurückhaltung vieler Verbraucher sowie gestiegene Kosten.

Belastend wirken aktuell unter anderem:

  • hohe Energiepreise
  • steigende Lohnnebenkosten
  • wirtschaftliche Unsicherheit
  • zunehmender Wettbewerbsdruck

Viele Menschen achten derzeit stärker auf ihre Ausgaben. Gleichzeitig steigen für Handelsunternehmen Betriebskosten und Finanzierungskosten deutlich an.

Übernahme durch Kodi brachte keine langfristige Stabilität

Erst Anfang 2026 hatte die Kodi Beteiligungs GmbH die Mäc-Geiz-Kette übernommen. Geplant war ursprünglich, beide Marken parallel weiterzuführen. Während Kodi vor allem in Westdeutschland stark vertreten ist, konzentriert sich Mäc-Geiz überwiegend auf Ostdeutschland.

Offenbar war die wirtschaftliche Situation bei Mäc-Geiz jedoch schwieriger als zunächst erwartet.

Auch andere Discounter kämpfen mit Problemen

Mäc-Geiz ist nicht die einzige Discount-Kette mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Bereits zuvor gerieten mehrere Non-Food-Händler unter Druck.

Dazu gehören unter anderem:

Teilweise mussten Filialen geschlossen oder komplette Sanierungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Wie es jetzt weitergeht

Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt das Management zunächst weiterhin im Unternehmen tätig. Gleichzeitig begleiten externe Sanierungs- und Restrukturierungsexperten den Prozess.

In den kommenden Wochen dürfte sich entscheiden, welche Filialen wirtschaftlich weitergeführt werden können und an welchen Standorten Einsparungen notwendig sind.

Für viele Innenstädte und Einkaufszentren wäre ein Rückzug von Mäc-Geiz spürbar, da die Märkte für zahlreiche Kundinnen und Kunden eine günstige Anlaufstelle für Produkte des täglichen Bedarfs darstellen.

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